• Ein Wort auf den Weg

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Liebe Köger!

in diesem Jahr ist vieles anders.

„Dies ist der Tag, den der Herr macht…“ Der Vers ist ein Festlied.

Es soll gesungen werden im Dank an Gott, der viel Gutes tut, selbst in schweren Zeiten. Auch heute gibt es Gelegenheit, Gott zu danken. Nicht alles ist selbstverständlich, aber im Danken schaue ich aufmerksam auf das Leben, Freude wächst und ich bin fröhlich, auch wenn um mich die Welt verkehrt herum läuft.

Wenn ich in den letzten Jahren am Ostersonntag diese alten Worte aus der Altarbibel in der Kirche vorlas, schickte ich im Vorlesen meiner Schwiegermutter schnell einen Gruß in den Himmel: „Dies ist der Tag, den der Herr macht…“ Das war der Trauspruch meiner Schwiegereltern, der sie ein Leben lang begleitete. Sie wurden 1944 im Ratzeburger Dom getraut und hofften, dass Gott sie in den Kriegswirren beschützen würde. Sie vertrauten in dunklen Zeiten, dass mit Gottes Hilfe Leben und Zukunft möglich ist.

Dies gilt bis heute.

Eben telefonierte ich mit Gertrud. Sie ist weit über 80 Jahre alt und lebt im Altenheim. “Ich danke Gott jeden Tag und so ist er bei mir, egal, wo ich bin,“ sagte sie.

Gestern traf ich einen Altbauer. Er saß auf der Bank in der Sonne vor seinem Altenteiler-Haus. Er freute sich, denn er hatte Kartoffeln gepflanzt. Mindestens 8 Reihen. Obwohl seine Knie schmerzen mit 90 Jahren. Ich dachte im Vorübergehen: Hier ist kein Klagen, kein Bangen zu merken. Hier schaut jemand nach vorne. Hier geschieht Ostern. „Und was machst du, wenn im April der Frost zurückkehrt?“ fragte ich. - „Macht nichts, dann lege ich ein Laken drüber,“ antwortete er. Jahrzehnte alte Lebenserfahrungen, die über Generationen erzählt und weitergegeben werden, sind gerade in Krisenzeiten so wichtig.

Seit über 2000 Jahren bewegt die Menschen die Passion, der Tod und die Auferstehung Jesu Christi.

Die Jünger und Jüngerinnen erzählen, dass sie das Grab bei Anbruch des Tages leer aufgefunden haben. Der Auferstandene begegnet ihnen persönlich und durchbricht die Trauer mit der Gewissheit: Er lebt!

Für Maria Magdalena geschieht dieser Moment, als Jesus sie beim Namen nennt. Für die Emmausjünger im Haus beim Mahl. Für Thomas während der Berührung der Wunden. Und für mich? - im Warten auf das Ende der Nacht erfahre ich, wie ich Kraft, neuen Mut und Zuversicht geschenkt bekomme. Ostern geschieht in mir und ist nicht nur Erinnerung, sondern ist Ausdruck der Freude darüber, dass sich Begegnungen mit dem Auferstandenen inmitten von allem Schmerz und allen Dunkelheiten bis heute auf vielfältige Art und Weise im Alltag ereignen. In diesen Tagen erfahre ich wie Menschen anderen neue Hoffnung schenken, ihnen Zukunft ermöglichen: sie rufen die Nachbarin jeden Morgen an, gehen für sie einkaufen, die Kinder malen ein buntes Bild und schenken es ihr - gerade in scheinbar banalen Dingen weitet sich das Herz zur unerkannten Begegnung mit Christus. Wenn woir über den Gartenzaun winken und uns Mut zurufen, winkt Jesus mit!

In diesem Jahr können wir nicht zum Ostergottesdienst in unserer Kirche zusammen kommen. Der Familienbesuch fällt aus. Auch der Brunch im Lokal und das Osterfeuer. Die Sehnsucht nach den Enkelkindern ist groß. Der Urlaub in Dänemark ist abgesagt. Das ist Osternzuhause#

Von dort aus gehen meine Gebete und Gedanken zu den Einsamen und Kranken, die Geduld brauchen.

Mir hilft in diesem Jahr die Perspektive der Osterevangelien: Der Auferstandene verlässt die Menschen nicht wieder, sondern steht ihnen alle Tage bei! Bis heute ist er bei uns, jeden Tag und zu jeder Stunde!

Ich wünsche Dir/Euch FROHE OSTERN zuhause!

Gott schütze Dich/Euch!

Herzliche Grüße von                                                    

                                                                                                          

Sabine Jeute

                                                        

 

 

Ihr Lieben,

am Abend suche ich Frieden. Gottes Güte suche ich nach all den Nachrichten. Und seine Geduld. Nicht was ich sage, sondern was ich höre, ist wichtig. Beten ist mehr als Sprechen. Es ist Bewahrung, ein Reden des Herzens mit dem nahen Gott.

ich lade Euch ein zu einem täglichem Abendgebet in unseren Häusern: Jeder für sich und doch zusammen!!!

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Ablauf der Hausandacht

Wir zünden ein Kerzenlicht an und sprechen:

Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen? (Psalm 27,1)

Gebet:
Der Tag ist vergangen, es ist Abend geworden
unser Denken und Tun legen wir in Gottes Hand
und vertrauen ihm unser Leben an:

Das walte Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen

Lied:

Chrismon edition: Chor "Der Tag ist nun vergangen" - Nachzuhören unter dem
Link: https://youtu.be/7TFkuge4xoI
1 Der Tag, mein Gott, ist nun vergangen und wird vom Dunkel überweht; am Morgen hast du Lob empfangen, zu dir steigt unser Nachtgebet.
2 Die Erde rollt dem Tag entgegen, wir ruhen aus in dieser Nacht
und danken dir, wenn wir uns legen, dass deine Kirche immer wacht.
3 Denn unermüdlich, wie der Schimmer des Morgens und die Erde geht, ist immer ein Gebet und immer ein Loblied wach, das vor dir steht.

Gebet

Bleibe bei uns, Herr, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt.

Bleibe bei uns und allen Menschen. Bleibe bei uns am Abend des Tages, am Abend des Lebens, am Abend der Welt.

Bleibe bei uns mit deiner Gnade und Güte, mit deinem Wort und mit deinem Trost und Segen.

Bleibe bei uns, wenn über uns kommt, die Nacht der Trübsal und Angst, die Nacht des Zweifels und der Anfechtung.

Behüte alle Menschen in den Kögen und im Land, die sich im Kampf gegen die Krankheit einsetzen, damit anderen geholfen wird.

Behüte alle Erkrankten, schenke Ihnen die Kraft zu genesen.

All unsere Gedanken und Sorgen bringen wir in der Stille vor dich….

Herr, bleibe bei uns in Zeit und Ewigkeit.

Gemeinsam beten wir das Vater unser...

Segen:

Es segne und behüte uns, der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen

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Seid behütet, bleibt gesund!

Herzliche Grüße!

Sabine Jeute, Pastorin

 

 

 

Am Küchentisch

Gedankenverloren sitzt er am Küchentisch und hält eine Tasse warmen Kaffee in seinen Händen. Draußen zieht ein trüber Dezembertag auf. Sein Blick wandert zum Adventsgesteck, das seine Tochter ihm letzten Sonntag geschenkt hatte. Früher hat seine Frau immer für adventliche Deko im Haus gesorgt. Doch jetzt hat er sich noch nicht die erste Kerze anzünden können. Er hat Angst, dass ihn die Trauer wieder überwältigen würde.
Seine Frau hat die Adventszeit geliebt. Sie hat gerne Plätzchen gebacken und geteilt. Wie oft bekamen sie Besuch! Es roch so gut, als sie noch lebte. Es roch nach Weihnachten, nach „es wird alles gut“, nach Geborgenheit, nach Frieden. Manchmal war ihm der Trubel im Haus fast zu viel. Dann sagte er ihr: „Liebste, du bist keine 60 mehr. Komm, mach ein bisschen langsamer.“ Aber davon wollte sie nichts wissen. Später kamen die ersten Zeichen der Krankheit. Nun ist er alleine. 

Er blättert durch einen Haufen Prospekte und Zeitschriften, die er sich auf die Küchenbank gelegt hat. Er fischt das Kirchenblatt heraus. Seine Frau ist gern in die Kirche gegangen. Bis zu ihrer Krankheit hat sie sogar im Chor gesungen. Als sie starb, verlor er die Hoffnung.

„Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“ (Lukas 21,28) Dieses Bibelzitat steht gleich auf der ersten Seite des Kirchenblattes. Er spürt, wie gut ihm dieses Stück Hoffnung tut. Er liest den Artikel: „Das Licht, das wir erwarten, schenkt Frieden – es ist Weihnachten mit Jesus Christus in die Welt gekommen. Daran wurde es erkannt: Dass es hell wurde im Leben von Menschen: „Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt“ (Matt. 11,5)

Er steht auf. Irgendwo in der Schublade findet er schließlich die Streichhölzer. Es ist Zeit – für die erste und die zweite Kerze auf dem Adventsgesteck. Der Wachsgeruch breitet sich aus. Das Licht zieht seine Augen an. Es ist, als lächele seine Frau ihm im Schein der Kerzenflamme zu.

Pastorin Sabine Jeute

 

 

 

 Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt.“ (Jesaja 60, 1)

Lieben Sie die Dunkelheit? Lieben Sie die Nacht? So eine richtig pechschwarze Nacht? Oder finden Sie die Nacht unheimlich?

Die Finsternis der Nacht macht mir Angst. Dunkle Straßen oder Unterführungen sind Angst-Räume. Ich bin unsicher und sehne mich nach Licht. Ich brauche Licht, um mich orientieren zu können.

In der dunklen Jahreszeit zünde ich eine Kerze an. Sie leuchtet im Zimmer und schafft eine gute Atmosphäre. „Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt“, ruft der Prophet Jesaja

Israel zu. Sie waren aus der Gefangenschaft in Babylonien nach Jerusalem zurückgekehrt. In ihrer zerstörten Heimat fanden sie Armut und Not vor. Sie waren desorientiert und traurig. In diese Situation ruft Jesaja das Hoffnungswort.

„Mache dich auf, werde licht“ – Das bedeutet: Mache dich auf, werde hell. Denn es kommt ein Licht auf dich zu. Du musst nicht mehr in der Dunkelheit und Finsternis bleiben. Du wirst hell. Angst und Hoffnungslosigkeit weichen. Du findest Orientierung und Hoffnung. Du wirst einen Lichtstreifen am Horizont sehen. Mache dich auf! Steh auf! Spüre deine Sehnsucht, öffne die Tür deiner Seele – wenigstens einen Spalt breit. Lass dich von der Hoffnung anstecken. Stell dich ins Licht. Lass dich bescheinen von der Sonne der heilenden Worte für dich. Freu dich! Du bist gemeint! Du stehst in einem Licht, das in der Kälte der Zeiten wärmt. Das Licht, das dir entgegenkommt, ist Christus.

Das Licht, das wir erwarten, schenkt Frieden – es ist Weihnachten mit Jesus Christus in die Welt gekommen. Daran wurde es erkannt: Dass es hell wurde im Leben von Menschen: „Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt“ (Matt. 11,5)

Spüren Sie mit uns in den Andachten und Gottesdiensten im Advent das Kommen des Lichtes Gottes! Wir freuen uns , wenn Sie dabei sind!

Ihre Pastoren Sabine Jeute und Dirk Sobott

              

 

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Ev.-Luth. Kirchengemeinde Vereinigte Süderdithmarscher Köge

Pastorin Sabine Jeute

04856/391

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