• Ein Wort auf den Weg

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Liebe Leser*in,

Jeden Abend um 18 Uhr standen sie auf den Balkonen und sangen „Bella ciao“. Das Lied der italienischen Partisanen aus dem Zweiten Weltkrieg sollte Trost schenken gegen den unsichtbaren Feind. Vor einem Jahr machte von Italien aus diesem Ritual die Runde durch Europa: Das gemeinsame Singen und Musizieren verband, stärkte gegen die unberechenbare Krankheit und das qualvolle Leiden der Sterbenden.

Seit Wochen ist die Orgel in unserer Kirche verstummt. Wir feiern aus Rücksicht auf das Infektionsgeschehen keine Präsentsgottesdienste, sondern treffen uns sonntags zur Telefonandacht-live. Wenigstens etwas in Zeiten von Kontakt-beschränkungen, denke ich – aber mir fehlen die alten Gewohnheiten und „analogen“ Begegnungen.

Während ich diese Zeilen schreibe, weiß ich nicht, was Ostern 2021 sein wird. Vor einem Jahr konnten wir das Osterfest als Gemeinde nicht in der Kirche feiern. Seid Monaten schweigt der Gemeindegesang und der Kirchenchor, und ich frage mich, wie werden wir dieses Jahr die Melodien und Hoffnungen unserer Vorfahren erklingen lassen?

                                  Christ ist erstanden
                                  von der Marter alle.
                                  Des solln wir alle froh sein;
                                  Christ will unser Trost sein.
                                  Kyrieleis.
(EG 99)

In diesem Frühjahr werde ich eine Postkarte von Beate Heinen versenden. Sie wurde 1986 gestaltet unter dem Titel „Kreuz und Krippe“. Ostergrüße auf einer Weihnachtskarte?  Klar, wir konnten uns Weihnachten nicht treffen, und ich möchte zu Ostern Menschen ermutigen, die ich vermisse, privat und im Gottesdienst.

Mein erster Blick fällt auf eine Höhle. Hier liegt der Heiland im Futtertrog. Maria im blauen Gewand und Josef im erdbraunen Umhang, dazwischen das Neugeborene. Zart berührt Maria die ausgestreckte Hand ihres Kindes. Gelassene Freude strahlen die Gesichter der Eltern aus. Die Höhle gewährt der kleinen Familie Schutz und Geborgenheit. Genau danach sehnte ich mich vor Monaten am Beginn des zweiten Lockdowns.

Mein Finger wandert den kurvigen Pfad nach oben. Dieser zieht sich durch eine herrliche frühlingshafte Landschaft mit blühenden Bäumen und Blumen an saftig grünen Wiesen. Irgendwo in der Mitte schlendern drei Gestalten. Sie sind im Gespräch vertieft. Die mittlere Gestalt strahlt. Die beiden anderen hören ihr zu. Mir fällt das Ostererlebnis der Emmausjüngern ein: „Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden.“

Aber plötzlich verändert sich die Landschaft. Kahle Bäume ragen in den Himmel. Sie stehen auf leeren Feldern, zum Teil im Schnee, der auch die Kuppen der fernen Hügel bedeckt. Herbst, Winter. Ein kalter Wind weht durch das Bild.Und dann am Ende des Weges: drei Kreuze. Ich verstehe. Karfreitag. Leid und Tod. Christus stirbt am Kreuz und steht am Ostermorgen wieder lebendig auf. Das erleben die Emmausjünger unter blühenden Bäumen. Der Tod ist nicht das Ziel, sondern die Auf-erstehung ist die Mitte unseres Lebens

Weihnachten-Karfreitag-Ostern sind mehr als ein Bild für unser Leben. Diese christlichen Feste berühren mich in der Tiefe und halten im sonst so mühsamen Alltag das Leben zusammen. Sie schenken Halt, der von Glauben, Liebe, Hoffnung getragen wird.

Lassen Sie uns gemeinsam freuen, dass wir lebendig sind und in diesem Jahr Ostern feiern!

Es grüßt Sie herzlich

 

Ihre Pastorin Sabine Jeute
 
 

 

 

 

 

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