• Ein Wort auf den Weg

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Friede sei mit Dir, -

so grüßten unsere biblischen Vorfahren einander.

 

Schalom, liebe Kögerinnen und Köger!

 

Frieden ist in diesen Tagen eine große Sehnsucht.

Seit russische Truppen in die Ukraine einmarschiert sind, lebt Luana in ständiger Sorge – vielen ihrer Freundinnen gehe es ähnlich. Sie hat bereits Notfallkoffer für ihre Kinder gepackt, das Auto ist vollgetankt. "Sobald ich die Nachrichten sehe, die die Bilder der zerstörten Städte in der Ukraine zeigen, wird mir schlecht und ich habe das Gefühl, ich muss sofort die Kinder nehmen und fliehen", sagt die 41-jährige. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren neun Monate und fünf Jahre alten Söhnen in Berlin. "Ich traue Putin alles zu, auch einen Atomanschlag", sagt Luana.

Die Aussicht auf Frieden ist weit weg. Das Kriegsgeschehen macht Angst.

Ist Frieden möglich?

Ich lese beim Propheten Jesaja: Und er wird richten unter den Nationen und zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen. (Jes.2,4)

Dieser Bibelvers wurde zu einem Schlagwort der Friedensbewegung in der ehemaligen DDR: „Schwerter zu Pflugscharen“ - Keine Atomwaffen mehr! Angesichts der Gewalt und der Aufrüstung in der Welt ein winziges Zeichen. Und doch wurde es ein Symbol, dass Menschen bewegte, und in ihnen die Sehnsucht nach Frieden wachhielt. Für Menschen, die sich nicht mit Krieg und Gewalt, mit immer stärkerer Aufrüstung abfinden wollten.

Spreche ich mit einer über neunzigjährigen Dame über Krieg und Vertreibung, spüre ich, wie nah ihr das Thema geht, wie lebendig ihre eigenen Kriegserlebnisse noch im Alter sind, die Vertreibung aus Ostpreußen und viele Jahre ungeliebte Flüchtlinge gewesen zu sein. „Ich hasse Waffen“, sagt sie. „Kriege bringen Kinder um ihre Kindheit. Kriege zerstören Familien. Kriege bringen nur Leid.“

Warum sollte Frieden nicht möglich sein? Hoffnung gegen Hass. Hoffnung gegen sinnlose Gewalt. Ist Frieden zu schaffen schwerer als Krieg zu führen? Können wir nicht lernen, den Hass, die Rechthaberei, die Vergeltungssucht, den Neid und die Sucht nach immer mehr aus unseren Herzen zu verbannen?

Jesaja spricht von der Friedenssehnsucht aller Völker als letztem Ziel, in einer Zukunft, die wir nicht kennen. Jesus ist für Versöhnung, für Frieden, für Vergebung, für Liebe in diese heillose Welt gekommen. Seine Geschichte in unserer Welt ist eine Konfrontation mit dem menschlich Unzulänglichen und Bösen gewesen. Auch seine Jünger, die ihn geliebt, aber nicht immer verstanden haben, haben ihn verraten, verleumdet, an ihm gezweifelt, ihn verleugnet. Jesu Antwort: „Selig sind die Friedfertigen …“ Er hat der Welt, jedem Einzelnen gezeigt, wie Frieden geht. Auf ihn vertraue ich, auch wenn die Lebensumstände dagegensprechen und niederdrücken.

Österlich glauben heißt für mich, Ostern so zu feiern, dass wir es wagen, auch mit schwachen und wackeligen Füßen, vom Raum des Todes und der Lebenszerstörung, aufzubrechen. Mutig weiterzuschreiten, miteinander und einander stützend, weil wir die Fülle des Lebens suchen und die Sehnsucht danach wachhalten. Wir lassen zu, dass Gottes Zuwendung zur Welt an uns wirkt, dass wir berührt werden und unsere Mitmenschen in diese Haltung mit hineinnehmen. Gemeinsam stehen wir dafür ein, dass für bedrängte, bedrohte, angsterfüllte einzelne Menschen, Volkgruppen und Völker, Befreiung und Leben in selbstbestimmter Freiheit möglich wird.

Dazu steht Christus für uns, mit uns, in uns auf - jeden Tag aufs Neue, nicht nur an Ostern, sondern an jedem Tag unseres Lebens.

 

Ein frohes und gesegnetes Osterfest wünscht Ihnen

Ihre Pastorin Sabine Jeute

und der Kirchengemeinderat

 

 

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